Lesbos - Homepage der Realschule plus Bad Ems - Nassau

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Realschule Plus Bad Ems Nassau besucht Lesbos

 
 

Das Bild der Insel Lesbos hat sich seit dem Flüchtlingsabkommen der EU mit der Türkei von 2016 zwar verändert, dennoch herrscht seit vier Jahren hier eine schwierige Situation. Dachte man früher an eine Ferieninsel, so ist man heute auch mit dem Leid der Flüchtlingskrise konfrontiert. Auf Grund der hohen Zahl von Flüchtlingen, die über Lesbos den Zugang nach Europa suchen, hat sich die Anzahl Lesbos besuchender Gäste drastisch vermindert. So war bereits bei der Abreise des Projektteams der Realschule plus Bad Ems Nassau Spannung und Nachdenklichkeit deutlich zu spüren. Die Flüchtlingskrise wurde im Unterricht ausführlich thematisiert, doch wie wird die Realität aussehen. Das vierte Arbeitstreffen Erasmus plus, Multikulturelle Aspekte in der Schule, fand jetzt in der Partnerstadt Papados, 1st Vocational School of Gera, am Golf von Gera, auf der Insel Lesbos statt. Papados gehört zum Gemeindebezirk Gera mit ca. 7000 Einwohnern. Bekannt ist das Städtchen für seine Olivenölproduktion. Wie bereits berichtet, soll dieses internationale Schulprojekt vielfältige Unterrichtsbausteine auf der Grundlage verschiedener Unterrichtsfächer, bezogen auf interkulturelle Erziehung und Bildung entwickeln und umsetzen. Gemeinsam mit den weiteren internationalen Partnerschulen der Türkei, Malta, Rumänien, Italien und Griechenland möchten diese Workshops praktische Strategien und Inhalte erproben, um kulturelle Vielfalt gewinnbringend für alle Beteiligte umzusetzen und Identität für andere Nationalitäten zu schaffen. Die Arbeitsbereiche des Projekts, Sprache und Literatur, Musik und Tanz, Kunst, Religion, Politik und Alltagskultur werden in den einzelnen Schulen intensiv vorbereitet und bei den Projekttreffen präsentiert und diskutiert.
Schulleiter Panagiotis Athinaios begrüßte die Teams und gab Einblicke in die Schwerpunkte der Arbeit einer Berufsschule. Der stellvertretende Bürgermeister Kostas Astirakakis, verantwortlich für die Bildung, unterstrich das Verbindende und Zukunftsweisende der europäischen Partner. Unterschiedliche kulturelle Eindrücke und persönliche Erfahrungen helfen, für ein gegenseitiges Verständnis und Wertschätzung.
Im Mittelpunkt des Treffens stand die kreative und originelle Auseinandersetzung, sowohl mit herkömmlichen, als auch mit digitalen bildnerischen Mitteln. Pinsel, Farbe, Form, Mal- und Zeichenprogramme am PC, boten Anlass zu Teamwork der internationalen Partner, zu Diskussionen und einer emotionalen Auseinandersetzung bezogen auf die Bildinhalte. Kunstgegenstände, Gemälde, Karikaturen und selbstgestaltete Comics führen zu einem Miteinander und können Vorurteile abbauen.


 
 
 
 
 
 
 

Die Insel Lesbos besticht durch ihren multikulturellen, multireligiösen und multiethischen Charakter. So war es naheliegend, dass diese unterschiedlichen Eindrücke in Gruppenarbeit und Collagen der Schülerinnen und Schüler festgehalten wurden.
Ein Kunstworkshop mit dem bekannten Künstler Dimitrios Mistriotis konnte die Theorie vertiefen. Die Gruppe erarbeitete Gemeinsamkeiten des Kubismus und dem Stil des volkstümlichen Malers der Insel Theophilos.
„Ich tue nur meine Pflicht und erledige meinen Job für Sie." Mit diesen Worten begrüßte Stavros Myrogiannis, Direktor des Flüchtlingslager Kara Tepe und seine Mitarbeiterin die Projektteilnehmer. Ankommende Flüchtlinge werden zunächst in das völlig überfüllte und problematische Lager Moria gebracht und dort registriert.
Wenn sich abzeichnet, dass der Asylantrag erfolgreich ist, besteht die Chance in das Camp Kara Tepe verlegt zu werden. Aktuell beherbergt diese Einrichtung 1293 Gäste. ¾ der Bewohner sind Kinder und Jugendliche im Alter von 0 bis 17 Jahren.
Hier geht es den Kindern mit ihren Familien viel besser. Sprach- und Computerkurse, Sport- und Spielmöglichkeiten eröffnen neue Perspektiven. Das gemeinsame musische Gestalten mit Kindern des Flüchtlingslager Kara Tepe und den Schülerinnen und Schülern der Partnerschulen, moderiert durch die engagierte NGO „Art Angels" beeindruckte die Teilnehmer. Stavros zeigt wie es gelingen kann. Klare Regeln, klare Absprachen, den Menschen wieder ihre Würde zurückgeben, helfen aber auch fordern. Es gibt keine Diskriminierung aus Gründen der Religion, der Nationalität, des Geschlechts oder der Hautfarbe. Kara Tepe ist ein gutes Beispiel, wenn es darum geht, den geflüchteten Kindern und Jugendlichen und ihren Familien eine Perspektive für ein neues Leben zu geben. Das Dorf, wie Stavros es liebevoll nennt, möchte Hoffnung geben, um von Lesbos aus in ein europäisches Land zu gelangen.
Die Insel Lesbos hat viel zu bieten. So durfte ein Besuch des Museums für Naturgeschichte in Sigri mit dem UNESCO Geopark „versteinerter Wald" nicht fehlen. Molyvos mit seiner mittelalterlichen Burg ist ein typisches Dorf mit engen gepflasterten Wegen und Gassen.  Der Ort Skala Sykamias in Norden von Lesbos ist für Hunderttausende Menschen im Winter 2015 das erste Stück Europa gewesen, das sie erreicht haben. Die Fischer wurden zu Seenotrettern. In Mandamos besuchen die Teilnehmer das berühmte Kloster des Heiligen Michaels.
Die zahlreichen Workshops, die Arbeit mit digitalen Computerprogrammen, die Erstellung von Storybooks zu Migration und Interkulturalität, die Kunstpräsentationen und Exkursionen machten das Treffen zu einem besonderen Ereignis. Dank verdient die Gastfreundschaft und die hohe Identifikation des gesamten Kollegiums und der Schülerschaft der griechischen Partnerschule mit diesem Projekt.


 
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